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Platzgen

Dieses
Spiel ist, so unwahrscheinlich es anmuten mag, nicht in den
USA erfunden worden. Auswanderer haben es aus Deutschland,
Österreich und der Schweiz exportiert. Denn das Platzgen
oder Plattenwerfen war, als am 15. Dezember 1620 die
Mayflower in Plymouth Neu-England anlegte, in der Schweiz
bereits urkundlich nachgewiesen.
Mit
solchen Geschicklichkeitsspielen haben sich schon unsere
Uhrahnen die Zeit vertrieben. Je nach Landesteil wurden
diese Spiele zwar ganz unterschiedlich benannt (Plättlen,
Stöcklen, Tötzlen, Plattenschiessen, Dar il Buc, Igel
Stichel, Aux Boutons uva), gemeint war aber immer ein
Zielwurfspiel. Ab der Jahrhundertwende, bis hin zur Gründung
des Platzgerverbandes, findet sich in den Chroniken nur noch
der Name Platzgen.
Da bereits der
bekannte Schriftsteller Jeremias Gotthelf über
"Platzge u Schwirre" schrieb, wird deshalb
angenommen, dass der Ursprung dieser Sportart im Emmental zu
suchen ist.
Im Laufe
der Jahrhunderte hat sich aus einem einfachen Spiel eine
Sportart entwickelt, die in dieser Form aber fast
ausschliesslich im Kanton Bern betrieben wird.
Platzgen
hat sich im Bernbiet zu einem Volkssport gemausert. Er
vermag sich punkto Mitgliederzahlen nicht mit den
Schwingern, den Hornussern oder den Jodlern zu messen, aber
in diesen Volkskreisen sind auch die Platzger angesiedelt.
Platzgen
gehört, wie viele andere Randsportarten auch, zum
Breitensport. Dieser wiederum umfasst im Gegensatz zum
Leistungssport sämtliche sportlichen Aktivitäten, die
hauptsächlich der körperlichen Ertüchtigung, dem Ausgleich
von Bewegungsmangel und der Abwechslung dienen und zumeist
in der Freizeit betrieben werden. Hierbei spielt nicht
zuletzt auch der Spaß am Sport eine entscheidende Rolle.

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